Durchgängig vernetzte Metadaten ermöglichen neue Anwendungsszenarien

Mark Gülbahar

CTO Metadata Technologies bei der transfermedia production services GmbH.

Er studierte technische Informatik mit Schwerpunkt Systems Engineering, und beschäftigt sich seit 2003 mit den Themen Metadaten-Aggregierung und Integration, Metadaten-Qualität und Semantische Technologien. Im Rahmen seiner Projekte am Institut für Rundfunktechnik (2003-2021) war er auch maßgeblich in die Weiterentwicklung der Metadatenstandards TV-Anytime, EBUCore und EBUCore-RDF eingebunden. Er war in mehreren EU-Förderprojekten im Bereich Metadaten und Semantik aktiv, und hielt im BMBF-geförderten Forschungsprojekt "dwerft - linked metadata for media" die Rolle des technisch-wissenschaftlichen Leiters inne.

Seit 2021 führt er seine Arbeiten in den Bereichen Metadaten und semantische Integration von Metadaten-Workflows bei der transfermedia fort, um die Zukunft der Medienproduktion effizienter zu gestalten, und dabei entstehende Metadaten automatisiert nutzbar und auch verwertbar zu machen.

Claudia Wolf


COO und Metadatenexpertin bei der transfermedia production services GmbH. Sie leitete von 2019-2021 das größte Forschungsprojekt in Deutschland im Bereich Metadaten im Medienbereich – das Projekt „dwerft – linked metadata for media“ in Potsdam-Babelsberg. Zuvor studierte sie Film- und Fernsehproduktion an der Filmuniversität Babelsberg, gründete ihre eigene Filmproduktionsfirma und baute mehrere Netzwerke auf.

Die Überzeugung, dass Metadaten das Schlüsselelement für die Automatisierung und die Grundlage neuer Geschäftsmodelle in der zukünftigen Medienproduktion sind, führte sie auch zum Thema ihrer Doktorarbeit.

Claudia Wolf

Kurzfassung des Vortrags No. 11


Durchgängig vernetzte Metadaten ermöglichen neue Anwendungsszenarien Die immer dringender benötigten Metadaten zu Bewegtbildinhalten fallen massenhaft in der Produktion an – technisch, administrativ, beschreibend. Sie werden aber durch die jeweiligen spezifischen Produktionstools erzeugt, sind mehrheitlich nicht innerhalb des Produktionsprozesses vernetzt, und gehen deshalb zumeist bis zum Ende der Filmherstellung verloren. Diese Metadaten werden jedoch zwingend in einer Multi-Plattform-Distribution benötigt – und zwar vom Produzenten selbst, ebenso wie von Distributoren, Verwertern, Marketingagenturen, Distributionsplattformen, Empfehlungssystemen und auch den Konsumenten.
Das Forschungsprojekt „dwerft – linked metadata for media“ entwickelte mit Hilfe einer semantisch gestützten Datenbank die verlustfreie Speicherung und Verbindung aller in der Wertschöpfungskette einer Bewegtbildproduktion entstehenden Metadaten – vom ersten Skript, über Dreh und Schnitt bis hin zur Distribution und Archivierung. Damit werden nicht nur Produktions- und Postproduktionsabläufe optimiert, sondern auch neue Geschäftsmodelle ermöglicht.
Neben den Redakteuren, die damit viel einfacher und umfassender passende Inhalte finden können, profitieren auch die Zuschauer. Mediatheken können auf der Basis der entwickelten Lösung mit neuen Suchmöglichkeiten ausgestattet werden – aufbauend auf den automatisiert gewonnenen Informationen, wie beispielsweise zu Drehorten oder zur Hintergrundmusik. Aber auch innerhalb der Wertschöpfungskette werden Arbeiten erleichtert, da die Weitergabe von Metadaten nicht mehr manuell, sondern automatisiert erfolgen kann.
Die transfermedia production services GmbH war Forschungspartner im "dwerft"-Projekt und hat bereits konkrete Anwendungsfälle in verschiedenen Teilbereichen der Medienproduktion und in Zusammenarbeit mit Fernsehsendern erfolgreich realisiert. Diese Anwendungsfälle werden im Rahmen des Vortrages präsentiert und dem Publikum neuartige Nutzungsmöglichkeiten von vernetzten Metadaten aufgezeigt.